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HO-Verkäuferin ist international bekannt: Mit Trabi den „Durchbruch“ erreicht

0172/3004424 0172-3004424 01723004424
Künstlerin
Birgit Kinder
Telefon:01 72/3 00 44 24
Website:www.birgit-kinder.de

Weltberühmte Malerin

Stand: Dezember 2021

Weltberühmt zu Lebzeiten werden, das schaffen nur ganz wenige Künstler.

Darunter ist eine Malerin aus Erkner! Ihr Wandgemälde eines Trabis, der symbolisch die Mauer durchbricht, wurde zu einem Wahrzeichen der Wende. Es ist selbst jetzt, 30 Jahre danach, immer noch als Teil der „East Side Gallery“ in Berlin-Friedrichshain an der Mühlenstraße zu bestaunen. Dort ist das längste noch erhaltene Stück der Berliner Mauer. „Das Bild wurde mittlerweile mehrfach restauriert“, erklärt Birgit Kinder.

Symbol der Wende
„Es ist in der Berichterstattung vieler Fernsehsender in der ganzen Welt gezeigt worden und wird es immer noch. Millionen von Berlin-Besucher haben es sich persönlich angesehen. Ich bekomme immer wieder Anfragen, ob es in Büchern und Zeitschriften verwendet werden darf“, gibt sie Einblick.
Jetzt hat sie sogar gute Chancen, übers Leben hinaus Teil der Geschichte zu werden. „Die ‚East Side Gallery‘ ist unter Obhut der ‚Stiftung Berliner Mauer‘. Dadurch ist ihr Bestand auf Dauer gesichert. Ich bin für eine Veröffentlichung mittlerweile sogar als Zeitzeugin befragt worden“, gibt die Erkneranerin weiter bekannt.

Strenge Eltern
Dabei hätte Birgit Kinder nie im Leben daran gedacht, einmal so „berühmt“ zu werden. Schließlich war sie jahrelang eine bescheidene Verkäuferin im HO-Lebensmittelgeschäft in ihrer thüringischen Heimat Ilmenau, die gut 30 Kilometer südwestlich der Landeshauptstadt Erfurt liegt. „Ich habe schon immer gerne gemalt. Mein Berufswunsch war deshalb Werbegestalterin. Meine Eltern hielten davon wenig. Sie meinten: ‚Mache eine Lehre bei der HO, dann haben wir immer etwas zu essen.‘ Ein kleiner Trost war, dass wir zumindest ein halbes Jahr Werbegestaltung lernten.“

Bahn als Hoffnung
Als die Möglichkeit auftauchte, ans Ausbesserungswerk der Bahn nach Berlin zu kommen, hatten die Eltern keine Bedenken, schließlich ist das „etwas Sicheres“. Doch als sie als 21-Jährige in der „im Vergleich zu Ilmenau quirligen Hauptstadt“ ankam, war sie nicht mehr zu bremsen. Zielstrebig suchte sie nach einem Zeichenzirkel. Zu ihrem Glück wurde dieser vom Künstler Karl-Heinz Klingbeil geleitet. „Weil dieser Mitglied im offiziellen ‚Verband Bildender Künstler‘ war, durfte er unterrichten. So konnte ich ein vierjähriges Grundlagenstudium beginnen“, beschreibt sie ihre „Traumkarriere“. Dabei hatte sie, ungewöhnlich für ein „kleines Mädchen“, von Anfang an „Großes“ vor.
„Mich faszinierten Tafelbilder und Wandgemälde“, überrascht sie.

Hauseingänge für 300 Mark
Sie erinnert sich noch gut an die Anfänge: „Damals entstand gerade das neue Hohenschönhausen. Im Ortsteil Wartenberg wurden moderne Wohnblöcke gebaut. Allerdings verirrten sich die Kinder und manche Erwachsene immer wieder, weil die Eingänge gleich aussahen. Ich konnte im Rahmen des Wettbewerbs ‚Schöner unsere Städte und Gemeinden‘ den Auftrag gewinnen, die Hauseingänge individuell zu gestalten. Für jeden gab es 300 Mark, das war nicht schlecht.“ Ausgerechnet im Wendejahr 1989 war sie mit dem Studium fertig und bald darauf die „sichere“ Arbeitsstelle los. Doch statt zu verzagen, beschloss Birgit Kinder, fortan als selbstständige Künstlerin die Welt zu beglücken.
„Meine Eltern und die meisten Verwandten waren völlig entsetzt. Sie meinten: ‚Es gibt in Berlin doch schon massenweise brotlose Künstler. Die werden wohl kaum auf dich warten.‘ Ich ließ mich aber nicht entmutigen“, erzählt Birgit Kinder.

In luftiger Höhe
Ihre Furchtlosigkeit half ihr bei der atemberaubenden Karriere weiter. So schwärmt sie von Aufträgen, die sie in luftige Höhen von 30 Metern brachten. „Ich durfte die Giebelseiten von zwölfgeschossigen Wohnhäusern bemalen. Da stand ein Gerüst, der Rest war meine Aufgabe. Ich habe völlig alleine gearbeitet.“
Sie war plötzlich bei Firmen, Hausverwaltungen, Verbänden und sogar beim Erzbischöflichen Ordinariat gefragt. Andererseits malte sie Innenräume aus und erzeugte in ihnen eine völlig neue Atmosphäre. Kneipen schätzten dies ebenso wie ein Dessous-Geschäft am oberbayrischen Ammersee.

Raffinierte Illusionen
Bei ihr verschwimmen vorhandene Bauelemente zu Teilen des Bilds. Andererseits erzeugt das Gemälde den Eindruck von Architektur und Natur. Sie beherrscht dabei den Umgang mit Licht und Schatten wie kaum eine andere. Das Ergebnis sind großflächige Bilder, die in ihrer dreidimensionalen Wirkung Fantasie und Realität zusammenkommen lassen.
Das Schöne: Neben spektakulären Großaufträgen ist sie ebenso gerne für kleinere Arbeiten wie für private Hauswände oder Mauern tätig. Letzteres wurde für sie jetzt zur neuen Leidenschaft. Dazu trägt bei, dass die Künstlerin, die 2003 ihren Traummann in Erkner gefunden hat, mit diesem die Faszination für Natur, Gewässer und die Jahreszeiten entdeckte. Schließlich lebt die weltberühmte Malerin auf der idyllischen Halbinsel am Rande der Löcknitz!

Erstellt: 2021