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Bericht über: Metallkünstler

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Metallkünstler
Oscar Schulz
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E-Mail:stahl.art17@gmail.com
Website:www.oscars-stahlart.com
Foto von Oscar Schulz, Metallkünstler, RahnsdorfFoto von Oscar Schulz, Metallkünstler, RahnsdorfFoto von Oscar Schulz, Metallkünstler, RahnsdorfFoto von Oscar Schulz, Metallkünstler, RahnsdorfFoto von Oscar Schulz, Metallkünstler, RahnsdorfFoto von Oscar Schulz, Metallkünstler, RahnsdorfFoto von Oscar Schulz, Metallkünstler, RahnsdorfFoto von Oscar Schulz, Metallkünstler, RahnsdorfFoto von Oscar Schulz, Metallkünstler, RahnsdorfFoto von Oscar Schulz, Metallkünstler, Rahnsdorf

Stahlharte Kunst

Stand: Oktober 2026

Dass Kunst nicht überall ihren Platz hat, durfte ein Friedrichshagener hautnah erleben. Da war doch sein Häschen von jetzt auf gleich los.

„Zum Glück ist mein Onkel Stadtjäger in Berlin. Der hatte das spitzbekommen und sich prompt auf die Lauer gelegt. Schon bald wurde mein ‚Weißer Hase‘ gefunden und konnte am Ende sogar noch gerettet werden“, erzählt Oscar Schulz. Der Vater von drei Töchtern ist seit 2018 leidenschaftlicher Künstler und in Friedrichshagen aufgewachsen. „Bis der Hase seine Reise beendete, ist er im Zickzack durch die Region ‚gehoppelt‘. Ursprünglich war die Skulptur für den Techno-Club ‚Der Weiße Hase‘ in Friedrichshain gedacht. Der wollte ihn dann aber doch nicht. Nach der Fällung einer alten Eiche in Friedrichshagen ragten spitze Holzreste aus dem Stumpf. Ich dachte mir, das sieht ja voll hässlich aus, und wollte etwas Schönes daraus machen. Da es um Ostern herum war, hielt ich es für eine lustige Idee, den Hasen dort aufzustellen“, berichtet Oscar Schulz. Gesagt, getan, wenn man allerdings nicht die Försterin fragt, ist so ein Hase mal ganz schnell weg. „So fand er sich kurze Zeit später auf einem Schrottplatz wieder. Nach der Rettung konnte er neu lackiert und auf dem Stumpf einer 180 Jahre alten Buche aufgestellt werden“, führt er weiter aus. Einen Ort der Ruhe fand der leidtragende Hase hier allerdings auch nicht. Schon bald rückte die Stubbenfräse an. Zudem wurden ihm die Beine demontiert. Nachdem Oscar Schulz den Hasen professionell wieder zusammengesetzt hatte und er noch ein paar kurze Aufenthalte mal hier und mal da hatte, sollte er nun gegenüber der Badestelle „Kamerun“ in Hirschgarten idyllisch am Waldrand seinen finalen Platz gefunden haben.

Von Schrott zu Wow
Die künstlerische Karriere von Oscar Schulz begann vor fast zehn Jahren. Der heute 34-Jährige beendete gerade seine Lehre zum Industriemechaniker. „Damals arbeitete ich für einen Kaffeehersteller. Zu Anfang war ich im Lager eingeteilt. Meine Aufgabe, im Schichtdienst Kaffee von links nach rechts zu fahren, war nicht so erfüllend“, erläutert er. Später ließ er sich in die Werkstatt versetzen, wo ihm die geregelten Arbeitszeiten ohne Schichtdienst besser gefielen. „Um meine Fähigkeiten zu optimieren, schickte mich mein damaliger Chef zu einem Schweißer-Lehrgang. Anschließend habe ich mal in der Werkstatt, als nicht so viel los war, angefangen, ein paar Teile aus der Schrottkiste zusammenzuschweißen. Das traf auf viel Begeisterung“, erinnert er sich.
„Diese Form der Kunst machte mir richtig Spaß. Mich störte schon länger die Monotonie des Alltags. So jeden Tag das Gleiche, dieselben Menschen, die ähnlichen Handgriffe, das war nichts für mich“, gibt er Einblick in seine Gedanken.

Neue Wege gehen
Um nicht ganz einzurosten, beschloss der Friedrichshagener kurzerhand, seinen Job an den Nagel zu hängen und sich als Künstler selbstständig zu machen.
Eine gewisse Begabung fiel schon früh bei ihm auf. Damals waren es allerdings vorwiegend Graffitis, deren Vorlagen er während des Unterrichts in seinem Schulheft anfertigte, sehr zum Leidwesen seiner Lehrer: „Irgendwie bin ich mit der Schule nicht ganz klargekommen. Die meisten Lehrer und ich waren nicht auf einer Wellenlänge. Deshalb fiel es mir immer schwer, mich zu konzentrieren.“ Mit der Geburt seines ersten Kindes war dann aber schnell Schluss mit Graffiti. „Ich konnte ja nicht in der Nacht umherziehen, während ich ein Kind zu Hause habe“, zeigte er Verantwortung.

Visionen umsetzen
Seine Vorstellung von Kunst ist es, dass etwas Haltbares entsteht, das möglichst jedem irgendwie gefällt. „Ich versuche stets, die Orte schöner zu hinterlassen, als ich sie vorgefunden habe, und mit etwas Langlebigem zu bereichern“, nennt er seinen Impuls.
Zurzeit finden sich viele seiner metallenen Exponate rund um den Müggelsee verstreut. Besonders bekannt dürfte die Meerjungfrau mit Müggelsee-Perle am südwestlichen Ufer des Müggelsees sein.
„Ich mag den Müggelsee sehr. Hier zu spazieren, ist schon was Tolles. Und wenn man dabei immer noch etwas Schönes entdecken kann, ist das doch eine wunderbare Sache“, meint Oscar Schulz.
Viel Unterstützung für seine Projekte fand er bei seinem Opa und seiner Oma. „Meine Mutter ist Alkoholikerin. Mit 17 bin ich ausgezogen, da mir das alles zu viel wurde und es für mich nicht das Wahre war. Zu meinem leiblichen Vater hatte ich in meiner Kindheit keinen Kontakt, heute kommt er mich ab und an besuchen. Dafür habe ich eine Schwester, Irma Margarete Hausdorf, mit der ich sogar schon mal einen kleinen Film gedreht habe, und fünf Halbgeschwister. Bis jetzt konnte ich jedoch erst zu drei von ihnen einen persönlichen Kontakt herstellen“, schildert er.

Schrott als des Künstlers Gold
Seine Anfänge als Künstler waren nicht so leicht. „Die Menge an Material zu bekommen, die man für so ein Projekt benötigt, war schwer. Viele dachten, ich möchte ihnen was wegnehmen. Es gab dann ein paar Spenden, über die ich mich sehr gefreut habe, allerdings größtenteils gerade Stangen. Doch für Kunst braucht man Formen und Kanten“, erklärt der Künstler und freut sich noch heute über jeden „Schrott“.
Meist wählt er die Stellen, an denen seine Werke stehen werden, selbst. „Ich bekomme dann so ein Gefühl für den Ort und weiß: Ja, das ist der richtige“, schildert er.

Neuer Durchbruch?
Derzeit versucht sich der Friedrichshagener Künstler mit voller Energie an einem Perpetuum mobile. Die Anleitungen dazu hat er sich aus dem Internet gezogen. Mal sehen, was er daraus bastelt. Vielleicht wird es der große Durchbruch, oder es ist eben doch nur Schrott, was hier ja aber auch wieder zu etwas Künstlerischem wird.

Erstellt: 2026